Aschenputtel wartet unter dem neuen Fliegenpilz

Premiere: Altes Märchen begeistert vor fantasiereicher Kulisse auf der Naturbühne Gräfinthal

- Von CARSTEN WILHELM -

Mandelbachtal (cw). Eine gelungene Premiere bei strahlendem Sonnenschein sahen die Zuschauer am Samstagnachmittag auf der Naturbühne in Gräfinthal. Erstmals in der Freilichttheatersaison 2003 wurde das Kinderstück Aschenputtel aufgeführt. Mehr als 700 zahlende Zuschauer saßen auf den Rängen und waren begeistert von dem, was die rund 40 Akteure auf der Bühne boten.

Doch bevor das kleine Aschenputtel die Bühne betreten durfte, musste am Samstagvormittag noch einmal richtig geklotzt werden. "Erst zwei Stunden vor der Premiere sind wir mit den letzten Arbeiten am Bühnenbild fertig geworden", sagte Wilken Schütz, Vorsitzender des Kulturvereins Bliesmengen-Bolchen. Gelohnt hat sich der Schweiß der freiwilligen Helfer allemal. Das Schloss, in dem Aschenputtels Traumprinz residiert, erscheint den Zuschauern in dieser Saison in neuem Glanz. Und auch das Haupthaus wurde derart umgebaut, dass die Besucher bis hinein in die Küche und neben den Kamin sehen können, hinter dem sich die Aschenputtel genannte Elfi traurig verkriecht. Außerdem kamen ein Taubenhaus und ein großer Fliegenpilz, in dem Bambus, der Hase, wohnt, hinzu. Bambus und das junge Reh Bambi waren es auch, die als Erzähler in die Handlung einführten und die Zuschauer während des gut zweistündigen Stücks begleiteten. Überhaupt hatten sich die Verantwortlichen im Vorfeld für eine etwas aufwendigere Fassung des Märchens entschieden. "Neben Bambus und Bambi gibt es einen goldenen Vogel, der Aschenputtel Glück bringt, und obendrein auch noch jede Menge Waldtiere, die dem Mädchen zur Seite stehen", kündigte Spielleiter Edgar Bachmann an.

Ansonsten gab es die altbekannte Geschichte der Gebrüder Grimm, die so anfängt: Aschenputtel, bei der Premiere gespielt von Melanie Wieczorek, lebt mit ihrem Vater Hubert (Norbert Zapp), der bösen Stiefmutter Ulrike (Maria Lagaly) sowie den Stiefschwestern Suse (Sarah Klingler) und Sabine (Ina Sommer) in einem Häuschen in der Nähe des Schlosses. Seit dem Tod der Mutter und der erneuten Hochzeit ihres geliebten Vaters wird das kleine Mädchen von den drei anderen Frauen im Haus schikaniert. Wenn sie nicht gerade schuften muss, geht sie zum Grab der Mutter und weint. Dort begegnet ihr eines Tages der goldene Vogel, der ihr von nun an (bei beeindruckenden Pyro-Effekten) seine Hilfe zusagt

Fazit: Eine traumhafte Geschichte vor einer traumhaften Kulisse, die das Publikum in Gräfinthal in diesem Sommer noch 15 Mal begeistern wird.