Premiere auf der Naturbühne Gräfinthal: Und ewig rauschen die Gelder

Kulturverein Bliesmengen-Bolchen startet mit seinem diesjährigen Erwachsenenstück einen erbarmungslosen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer

Am vergangenen Samstag wurde zum zweiten Mal für dieses Jahr auf der Naturbühne Gräfinthal Premiere gefeiert und die hatte es wahrlich in sich, denn mit "Cash - Und ewig rauschen die Gelder" stand eine aktuelle und aberwitzige Verwechslungskomödie des englischen Autors Michael Cooney auf dem Spielplan.

Gräfinthal. Im Zentrum des Geschehens steht der arbeitslose Eric Swan, souverän gespielt von Uwe Heinen, der es nicht wagte, seiner Frau Linda (Christa Heinen) zu gestehen, dass er bereits vor zwei Jahren seinen Job verloren hatte. Damit seine Arbeitslosigkeit nicht auffliegt und auch um weiterhin auf sicheren Füßen zu stehen, beginnt er, die Vorteile der britischen Sozialverwaltung durch eine Flut von Anträgen im Namen erfundener Mieter auszunutzen, wo immer sich eine Möglichkeit ergibt. Als Komplize ist lediglich sein Onkel George (herrlich in dieser Rolle: Klaus Rauls) eingewiehen. Als dann eines Morgens der Inspektor des Sozialamtes zu Besuch kommt und verschiedene Unterschriften verlangt, beginnt ein Verwandlungs- und Verwechslungsspiel, das sich von Minute zu Minute in ein unvorstellbares Chaos steigert. Da kommt es zu angeblichen Toten und Tapete essenden Witwen, da wird plötzlich die sexuelle Neigung des Ehemannes in Frage gestellt und ein tauber Klavierstimmer kann durch eine solide Eichentür Lippen lesen, um nur einige der Katastrophen zu nennen.

Besonders bemitleidenswert ist dabei der Untermieter Norman Basset, hervorragend dargestellt von Thomas Kohl, der kurz vor seiner Hochzeit steht und ohne dies zu wollen, immer weiter in die ganze Sache hineingezogen wird. So lässt sich Norman dann auch im Verlauf des Stückes zu dem Wunsch hinreißen: "Vielleicht sollten wir alle zu einem besseren Zeitpunkt wiederkommen!" Und damit sprach er allen Charakteren auf der Bühne aus der Seele. Ganz anders gesehen hatte dies allerdings das begeisterte Premierenpublikum, das immer wusste, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, denn das Spektakel auf der Bühne zog alle in seinen Bann und stellte eine echte Herausforderung für die Ausdauer der Lachmuskeln dar.

Insgesamt hat die Truppe des Kulturvereins Bliesmengen-Bolchen also wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur Kinder mit aufwendigen Inszenierungen begeistern kann, sondern auch das erwachsene Publikum mit toll dargebotenen Komödien erreicht.

Schade nur, dass das Wetter am Samstag zunächst nicht mitspielte, denn den ganzen Tag über gab es kräftige Regenschauer. So fanden nur etwa 150 wirklich hartgesottene Freilichtbühnenfans bei kalten Temperaturen den Weg nach Gräfinthal. Glücklicherweise blieb dann aber während der Vorstellung der Regen von oben aus und es blieb lediglich bei dem warmen Geldregen vom Sozialamt.

"Cash - Und ewig rauschen die Gelder" wird auf der Naturbühne Gräfinthal wieder an diesem Wochenende freitags, 09.07., und samstags, 10.07., jeweils um 20:30 Uhr und an weiteren fünf Terminen aufgeführt. Alle Infos - auch zum Kinderstück "Die kleine Hexe" – gibt es telefonisch unter der Rufnummer (06804) 6556. Hier können auch Karten reserviert werden.